Falsche Whois-Daten meist von Spammern

Montag 4. April 2005 von Administrator

Insgesamt 31.533 Hinweise auf potenziell falsche Whois-Daten gingen bei
der Internet Corporation for Assigned Names and Number im vergangenen
Jahr ein; sie betrafen insgesamt 14.592 Einzel-Domains. Zu einer der
gemeldeten Domains gab es gleich 61 Berichte.

 Das teilte ICANN im
zweiten Bericht zum sogenannten "Whois Data Problem Reports System" (
WDPRS ) mit. Mit fast 20.000 Meldungen schnitt .com dabei in absoluten
Zahlen am schlechtesten ab, .name-Adressen wurden nur in sechs Fällen
moniert. Allerdings müssen dabei die unterschiedlichen Registrierzahlen
berücksichtigt werden. Prozentual auf 10.000 Domains gerechnet
schneiden biz (32 Prozent) und info (12) am schlechtesten ab. Das
monatliche Mittel dieser Berichte über das WDPRS-System ist mit 2865
Meldungen im Vergleich zum Vorjahr (1342) deutlich gestiegen. Aus
ICANNs Sicht ein Beweis, dass das System vermehrt angenommen wird.
Tatsächlich gibt es offenbar einige regelrechte
Berufs-Whois-Kontrolleure.

4035 Meldungen kamen zum Beispiel allein von
einer einzelnen Person. Insgesamt stammten 58 Prozent der beanstandeten
Einträge von einem Prozent der Beschwerdeführer. Meist, so heißt es in
ICANNs Bericht, ständen diese Meldungen ganz offensichtlich im
Zusammenhang mit der Jagd nach Spammern. In rund 80 Prozent der Fälle
habe der jeweilige Beschwerdeführer Spam als einen Grund für die
Beschwerde angegeben. Wie wirkungsvoll das System tatsächlich ist,
vermag auch ICANN nur schwer zu sagen.
Die Zahlen zur Klärung der Fälle divergieren, betrachtet man die
Rückmeldungen der Beschwerdeführer selbst und die Überprüfung durch
ICANNs Büro. Laut ICANN werden immerhin etwa die Hälfte entweder
gelöscht oder vorläufig gesperrt. Die Registrare sind von ICANN dazu
verpflichtet, in ihren Kundenverträgen falsche Einträge als
Kündigungsgrund festzuhalten.

Alles in allem sieht ICANN 64 Prozent der
Fälle als klärbar an und nur 10 Prozent als Verstoß. Im Rest der Fälle
handele es sich wohl, so ICANN, um durchaus korrekte Daten.
Die Bemühungen um korrekte Whois-Daten, bei denen ICANN auch schon mal
über nationale Datenschutzbestimmungen hinwegsieht, sind vor dem
Hintergrund der US-Aufsicht zu sehen. Mehrfach hat die US-Regierung
ICANN wegen falscher Whois-Daten gerügt und scharfe Gesetze gegen die
Angabe falscher Domain-Inhaberdaten ins Auge gefasst, etwa den
Fraudulent Online Identity Sanctions Act.

Dieser sieht in Extremfällen
bis zu sieben Jahre Gefängnis für solche Mickey-Mouse-Adressen vor.
(Monika Ermert) (gr/c't)

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 4. April 2005 um 19:59 und abgelegt unter Allgemein. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können zum Ende springen und ein Kommentar hinterlassen. Pings sind im Augenblick nicht erlaubt.

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