Cebit 2009

Samstag 28. März 2009 von herb

Jawohl, wir waren wieder da.

Nach dem interessanten Tag, den wir im letzten Jahr auf der Cebit verbracht hatten, waren wir selbstredend auch in diesem Jahr wieder da.

Cebit2009

Cebit2009

Im Vorfeld hieß es ja, es gäbe einen Schwund an Ausstellern und entsprechend auch einen Rückgang an Besuchern. Aber zumindest bei der Anreise war davon rein gar nichts zu merken. Nachdem der GVH in letzter Minute doch noch die Tickets als Fahrkarten akzeptierte, fuhren wir natürlich Umwelt- und Resourcenschonend mit der Bahn. Der Zug fuhr also auf dem Bahnsteig ein, die Türen öffneten sich – und direkt dahinter stauten sich die Massen. Mehr als Stehplätze gab es nicht mehr, dafür konnte man aber auch nicht umfallen. Das Kabinenvolumen war hyperoptimal ausgenutzt. Und die Tickets zu kontrollieren wäre den Schaffnern sowieso nicht gelungen, sie konnten ja schon froh sein, sich bei der Abfahrt gerade noch mit in den Waggon zu quetschen.

Nach der Ankunft im Hannoveraner Hauptbahnhof ergoss sich eine wahre Flut von Besuchern über die Treppen am Bahnsteig, wie eine Herde Gnus in Afrika. Danach allerdings lichteten sich die Reihen schlagartig. In der U-Bahn, die etwa alle 5 Minuten fuhr, hatte jeder Fahrgast auch einen Sitzplatz, was erheblich zur Entspannung beitrug.

Auf der Cebit angekommen, machten wir uns zuerst auf den Weg zur „Cebit – Open Source“, das uns naturgemäß am meisten interessierte. Hierbei offenbarte sich, das es tatsächlich einen Schwund gegeben hatte. Eine Halle im Zentrum des Geländes war, von einigen wenigen Ausstellern abgesehen, von Caterern mit Imbißangeboten aller Art belegt. Eine große Fläche in der Mitte der Halle dagegen stand schlichtweg leer.

Insgesamt war jedoch viel in Bewegung. Manche Bereiche, in denen traditionell Kleinstgeräte und die begehrtesten Werbeartikel marktschreierisch in das belustigte, zumeist jugendliche Publikum verschleudert wurden, waren wieder nur im Schneckentempo passierbar, besser, man machte gleich einen Bogen darum. Aber auch andere Bereiche wie z. B. die „Imaging“-Halle, in der es die neuesten Kameraobjektive, Großformat-Drucker, High-End-Monitore und noch weitere Budget-Sprenger zu bestaunen gab, von denen ein Amateur gerne mal träumen mag, waren gut besucht.

Ein Segen – auf die OpenSource-Gemeinde ist und bleibt, wirtschaftlichen Kalamitäten zum Trotz, Verlass.

Die Ausstellungsstände waren relativ dicht umlagert und Sitzplätze bei den Vorträgen begehrte Mangelware. Ein Gespann aus den USA, Vertreter der Mozilla-Foundation, referierte über die Zusammenhänge der „pyramidalen“ Entwicklungsstruktur und der damit verbundenen stetigen Weiterentwicklung und Verbesserung von Firefox, Thunderbird und Co. Weltweit gibt es Millionen von Anwendern und darunter zehntausende von Testern, die regelmäßig Bugs an die wiederum tausende von Entwicklern zurückmelden, so dass diese die Software kontinuierlich perfektionieren können.

Nun ja, ein wenig differenzierter stellt sich die Materie schon dar, aber das würde den Rahmen dieses bescheidenen Artikels überfordern.

Einzig der Umstand, dass beide ausschließlich ihrer Muttersprache mächtig waren, machte den Vortrag ein wenig anstrengend. Für anschließende Fragen stand glücklicherweise eine kompetente Dolmetscherin zur Seite, aber nur solange, bis die Technik überempfindlich wurde. Die Funkübertragung der Mikrofone überlagerte sich mit denen anderer Vortragsbühnen und übertrug zur allgemeinen Erheiterung nur noch ein unverständliches Geschredder. Aufgrund böser Absicht,  mangelhafter, proprietärer Technologie oder einfach nur unseliger Umstände wegen sei mal dahin gestellt.

Letztlich brauchte es aber keine hochgezüchtete Technik. Mit gesunder Stimme – und das nach immerhin einigen Tagen Messealltag – beantworteten die beiden noch die abschließenden Fragen und hatten den Beifall damit redlich verdient.

Nach einem langen Tag auf den Beinen hatten wir uns ein paar Stunden später dann den Rückweg verdient. Durch mäßig gefüllte Korridore ging es in Richtung Ausgang, zur Straßenbahn und heimwärts.

Gab es dieses mal auch ein paar ernüchternde Augenblicke, so überwogen doch die interessanten Ansichten und Eindrücke. Und wenn allen Pessimisten zum Trotz keine ökonomische Apokalypse eintritt, wird es auch im nächsten Jahr wieder eine Cebit geben, die wir gerne wieder besuchen werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 28. März 2009 um 16:50 und abgelegt unter Allgemein. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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