In diesem Artikel soll der Bootvorgang und der Bootloader Grub genauer unter die Lupe genommen werden. Der Bootloader Grub wird auch so konfiguriert, dass er dauerhaft eingeblendet wird…

Der Linux Bootvorgang:

Aus der Anwendersicht läuft der Bootvorgang so ab:

  • Logo des Motherboard Herstellers wird eingeblendet
  • Grub-Bootmanager wird angezeigt (nur bei Multibootsystem)
  • Login (per Display Manager)
  • Desktop wird angezeigt (Benutzeroberfläche von Linux)

Dieser Bootvorgang kann auch noch etwas detaillierter dargestellt werden…

  • Computer wird eingeschaltet (Kaltstart oder Warmstart)
  • Power On Self Test (= POST)
  • CMOS Daten einlesen
  • Suche nach Betriebssystem beziehungsweise Bootloader (Grub)
  • Kernel laden und starten
  • Übernahme des Starts durch den Kernel
  • Start des Programms sbin/init
  • Init lädt die Kernelmodule (Treiber)
  • Start des Display-Managers (wenn vorhanden beispielsweise lightdm)
  • Start des Grafikservers (X-Server)
  • Desktop wird angezeigt

Bootloader Grub bei Singleboot-System starten:

Wie bereits erwähnt wird der Bootmanager Grub standardmäßig nur angezeigt, wenn mehrere Linuxversionen auf dem Computer installiert sind…

Um den Bootloader einmalig an einem Singleboot-System zu starten, sollte möglichst früh und kurz nach dem Mainboard-Logo die ESC-Taste (also die Escape Taste) genutzt werden. Bei einigen Systemen kann es auch die Umschalt-Taste sein…

  • ESC-Taste oder Umschalt-Taste

An meinem Testsystem ging es über die ESC-Taste. Welche Taste tatsächlich den Grub startet, kann je nach Hardware abweichen.

Bootloader Grub dauerhaft einblenden:

Um den Bootloader Grub einmalig zu starten nutzen wir also die ESC-Taste oder die Umschalt-Taste.

Um den Bootloader Grub aber dauerhaft einzublenden, nehmen wir eine Anpassung in der Datei “grub“ vor. Die grub-Datei findet sich im Ordner etc/default und wird mit Adminrechten geöffnet…

  • sudo mousepad

Mit diesem Befehl öffnen wir den Texteditor von Xubuntu mit Adminrechten. Wer eine andere Distribution als Xubuntu benutzt, gibt den entsprechenden Texteditor ein.

Mit GRUB_TIMEOUT_STYLE kann eingestellt werden, ob ein Grub-Menü eingeblendet werden soll oder nicht. Der hier vorgegebene Wert “hidden“ blendet das Bootmenü aus. Soll das Grub Bootmenü eingeblendet werden kann hier auch der Wert “menu“ eingetragen werden.

Der Eintrag wird also auf “menu“ geändert und anschließend ein “sudo update-grub“ im Terminal durchgeführt. Die Anpassungen wurden so gespeichert und auch übernommen.

Mit der Anpassung des Eintrages für GRUB_TIMEOUT=10 wurde die Anzeigezeit für den Bootloader auf 10 Sekunden eingestellt.

Mit der Anpassung des Eintrages für GRUB_CMDLINE_LINUX=”video=eDP-1:d” wurde ein fälschlicherweise erkanntes Display deaktiviert. Diese Anpassung kann nötig werden, wenn das Mainboard über mehrere Grafikports (DVI, HDMI, LVDS DisplayPort) verfügt und Linux glaubt es gäbe ein eingebautes Display. Wer dieses Problem nicht hat, der braucht natürlich auch nicht diese Anpassung.

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Von Torsten